Höhrbeispiele

Was kann man hier hören?

Inhalt 8 Abschnitte

Wie kommunizieren Vögel miteinander?

Vögel nutzen ihre Stimmen, um miteinander zu kommunizieren. Unterschiedliche Laute haben dabei unterschiedliche soziale Funktionen, ähnlich wie Sprache bei uns Menschen.

Grundsätzlich gibt es zwei Hauptformen: Gesänge und Rufe.

1. Lieder/Gesänge

Was sind Gesänge?

Gesänge sind längere, melodische und oft komplexe Lautfolgen. Sie werden vor allem von Männchen vorgetragen – besonders in der Brutzeit.

Wofür werden Gesänge genutzt?

Gesänge haben mehrere wichtige Aufgaben:

  • Revierabgrenzung: Der Vogel signalisiert: „Dieses Gebiet gehört mir!“ So werden andere Tiere der gleichen Art auf Abstand gehalten.
  • Anlocken von Paarungspartnern: Ein schöner oder abwechslungsreicher Gesang kann die Chancen auf einen Partner erhöhen.
  • Arterkennung: Jede Vogelart hat ihren eigenen typischen Gesang. So finden Vögel Partner der gleichen Art.

Gesänge dienen vor allem der Partnersuche und der Verteidigung des eigenen Reviers.

Wie hört sich das Lied eines Weidengelbkehlchens an?

Das Weidengelbkehlchen (Geothlypis trichas) ist ein Singvogel aus der Familie der Waldsänger. Viele Männchen erkennt man an der schwarzen Gesichtsmaske mit gelbem Kehlbereich; Weibchen sind meist unauffälliger gefärbt.

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Lied des Weidengelbkehlchens

2. Rufe

Was sind Rufe?

Rufe sind kurze, einfache Laute, die oft mehrfach hintereinander erklingen. Sie werden von Weibchen und Männchen genutzt, und zwar das ganze Jahr über.

Welche Funktionen haben Rufe?

Rufe sind vor allem für den Alltag wichtig:

  • Kontakt- und Sozialrufe: Helfen, Gruppen zusammenzuhalten, zum Beispiel bei Familienverbänden oder Zugvögeln.
  • Warnrufe: Machen andere auf Gefahren aufmerksam, etwa auf Greifvögel oder Katzen.
  • Aggressions- oder Drohrufe: Werden bei Konflikten eingesetzt, etwa wenn sich zwei Tiere zu nahe kommen.

Rufe helfen Vögeln, in Kontakt zu bleiben und schnell auf Gefahren zu reagieren.

Wie hört sich der Ruf eines Weidengelbkehlchens an?

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Ruf des Weidengelbkehlchens

Singen will gelernt sein

Ähnlich wie Kinder das Sprechen lernen, müssen viele echte Singvögel ihren vollständigen Gesang erst erlernen. Sie hören erwachsenen Artgenossen zu und üben so lange, bis ihr eigener Gesang richtig klingt.

Wie unterscheidet sich das Lied einer Weißkehlammer, je nachdem, ob es sich um ein Jungtier oder einen erwachsenen Vogel handelt?

So klingt das Lied eines Jungvogels:

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Übungslied einer jungen Weißkehlammer

So klingt das Lied eines erwachsenen Vogels:

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Lied einer erwachsenen Weißkehlammer

„Dialekte“ bei Vogelstimmen

Vogelstimmen können sich je nach Region und über die Zeit verändern – ähnlich wie Dialekte bei uns Menschen. Nimmt man den Gesang erwachsener Vögel derselben Art an zwei verschiedenen Orten auf, klingen sie oft leicht unterschiedlich, obwohl das Grundmuster gleich bleibt.

Wie unterscheidet sich der Gesang einer Dachsammer in verschiedenen Regionen?

So klingen zwei Individuen an unterschiedlichen Orten:

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Dachsammer – Ort 1

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Dachsammer – Ort 2

Mehr als singen

Vögel nutzen nicht nur ihre Stimmen, um miteinander zu kommunizieren. Kennst du einen Vogel, den man oft hört, obwohl er nicht singt?

Es ist der Specht.

Wenn ein Specht mit seinem Schnabel auf einen Baum klopft, wird dieses Geräusch als „Trommeln” bezeichnet. Häufig wählt er hohle Baumstämme, weil sie den Klang verstärken. Dieses Trommeln dient vor allem dazu, das Revier zu markieren und Paarungspartner anzulocken, ähnlich wie Gesang bei Singvögeln. Spechte klopfen auch bei der Nahrungssuche. Dieses Klopfen ist aber meist leiser als das territoriale Trommeln.

Dabei hat jede Spechtart ihren eigenen „Rhythmus“: Länge, Tempo, Schlagzahl und Pausen zwischen den Schlägen unterscheiden sich und machen die Arten für geübte Ohren erkennbar.

Wie unterscheidet sich der Klang des Trommelns verschiedener Spechtarten?

So klingt ein Dunenspecht:

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Dunenspecht (Trommeln)

Und so klingt ein Haarspecht:

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Haarspecht (Trommeln)

Mysteriöse Vögel – Was zwitschert hier?

Lass uns gemeinsam einige Vogelstimmen anhören und herausfinden, um welche Art es sich handelt.

Welcher Vogel ist das nur?

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Blauhäher
Blauhäher

Es ist ein Blauhäher. Der Blauhäher stammt aus Nordamerika und gilt als besonders intelligenter Vogel. Er ist mit unserem europäischen Eichelhäher verwandt – beide zeigen ähnliche Verhaltensweisen und gehören zur Familie der Rabenvögel, die für ihre hohe Lernfähigkeit bekannt sind.

Blauhäher und Eichelhäher werden manchmal als „Polizei des Waldes“ bezeichnet. Sie informieren andere Tiere mit lauten Warnrufen über mögliche Gefahren. Gleichzeitig nutzen sie ihre Intelligenz zu ihrem Vorteil: Sie können die Rufe von Raubvögeln imitieren, um andere Vögel aus ihrem Revier zu vertreiben oder von Futterstellen fernzuhalten.

Und der nächste Vogel?

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Spottdrossel
Spottdrossel

Es ist ein Blauhäher? Nein, es ist eine Spottdrossel.

Auch wenn der Anfang des Gesangs wie ein Blauhäher klingt, handelt es sich hier um eine Spottdrossel. Dieser nordamerikanische Singvogel ist berühmt dafür, die Stimmen anderer Vögel zu imitieren.

Die Spottdrossel singt lange, laute und sehr komplexe Lieder und ahmt dabei nicht nur andere Vogelarten nach, sondern auch Geräusche aus ihrer Umgebung – zum Beispiel Frösche, Grillen, Katzen oder sogar künstliche Klänge wie quietschende Räder oder Autowarnanlagen. Für uns Menschen klingen diese Nachahmungen oft täuschend echt, doch nicht jeder Vogel lässt sich damit täuschen.

Außerdem gilt die Spottdrossel als furchtlos und durchsetzungsstark: Sie verteidigt ihr Brut- und Winterrevier energisch und ruft bei Gefahr manchmal Artgenossen zur Hilfe, um gemeinsam größere Räuber zu vertreiben.

Und was hört man hier?

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Leierschwanz
Leierschwanz

Es wird immer verrückter!

Der Leierschwanz ist ein besonderer Vogel aus Australien. Sein Stimmorgan (die sogenannte Syrinx) zählt zu den am stärksten ausgeprägten unter den Singvögeln. Dadurch kann er eine erstaunliche Vielfalt an Geräuschen aus seiner Umgebung imitieren – von anderen Vogelarten bis hin zu Umwelt- und Alltagsgeräuschen.

Leierschwänze sind sehr scheu. Oft bemerkt man ihre Anwesenheit nur daran, dass scheinbar viele verschiedene Vogelgesänge von ein und derselben Stelle kommen.

Konntest du heraushören, was er alles nachmacht? Der Leierschwanz imitiert oft auch Kettensägen, Kameraverschlüsse, Autohupen und sogar menschliche Stimmen.

Wer könnte das denn sein?

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Streifenhörnchen
Streifenhörnchen

Das ist gar kein Vogel. Nicht nur Vögel machen Geräusche, die wie Vogelstimmen klingen können – auch andere Tiere überraschen uns damit. Ein gutes Beispiel ist das Streifenhörnchen, auf Englisch Chipmunk genannt.

Der englische Name stammt von dem lauten „chip“-Ruf, den diese Tiere oft ausstoßen, zusätzlich zu einem trillenden Laut. Deshalb kann man ihre Geräusche manchmal leicht mit Vogelrufen verwechseln.

Sieh deine eigene Stimme

Ein Spektrogramm zeigt, welche Töne gerade zu hören sind: unten die tiefen, oben die hohen Frequenzen, und von links nach rechts vergeht die Zeit. Bei den Beispielen oben siehst du das Bild der ganzen Aufnahme mit einem Strich, der die aktuelle Stelle markiert.

Probiere es mit deinem eigenen Mikrofon aus – sprich, pfeife oder singe und beobachte, wie sich das Bild verändert!

Dein Live-Spektrogramm

Dein Mikrofon (die letzten 5 Sekunden)