Höhrbeispiele
Wie kommunizieren Vögel miteinander?
Abschnitt betitelt „Wie kommunizieren Vögel miteinander?“Vögel nutzen ihre Stimmen, um miteinander zu kommunizieren. Dabei erfüllen unterschiedliche Laute verschiedene soziale Funktionen – ähnlich wie Sprache bei uns Menschen. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptformen:
1. Lieder/Gesänge
Abschnitt betitelt „1. Lieder/Gesänge“Was sind Gesänge?
Gesänge sind längere, melodische und oft komplexe Lautfolgen. Sie werden vor allem von Männchen vorgetragen – besonders in der Brutzeit.
Wofür werden Gesänge genutzt?
Gesänge haben mehrere wichtige Aufgaben:
Revierabgrenzung: Der Vogel zeigt: „Dieses Gebiet gehört mir!“ – so werden andere Männchen ferngehalten.
Anlocken von Weibchen: Ein schöner oder abwechslungsreicher Gesang kann die Chancen auf einen Partner erhöhen.
Arterkennung: Jede Vogelart hat ihren eigenen typischen Gesang. So finden Vögel Partner der gleichen Art.
Gesänge dienen vor allem der Partnersuche und der Verteidigung des eigenen Reviers.
Wie höhrt sich das Lied eines Weidengelbkehlchens an?
Das Weidengelbkehlchen (Geothlypis trichas) ist ein Singvogel aus der Familie der Waldsänger, dessen Männchen an der schwarzen Gesichtsmaske mit gelbem Kehlbereich zu erkennen ist, während den Weibchen diese Maske fehlt.
2. Rufe
Abschnitt betitelt „2. Rufe“Was sind Rufe?
Rufe sind kurze, einfache Laute, die oft mehrfach hintereinander erklingen. Sie werden von Männchen und Weibchen genutzt – das ganze Jahr über.
Welche Funktionen haben Rufe?
Rufe sind vor allem für den Alltag wichtig:
Kontakt- und Sozialrufe: Helfen, Gruppen zusammenzuhalten – zum Beispiel bei Familien oder Zugvögeln.
Warnrufe: Machen andere auf Gefahren aufmerksam, etwa auf Greifvögel oder Katzen.
Aggressions- oder Drohrufe: Werden bei Streitigkeiten eingesetzt, etwa wenn sich zwei Vögel zu nahe kommen.
Rufe helfen Vögeln, in Kontakt zu bleiben und schnell auf Gefahren zu reagieren.
Wie höhrt sich der Ruf eines Weidengelbkehlchens an?
Singen will gelernt sein
Abschnitt betitelt „Singen will gelernt sein“Viele echte Singvögel werden nicht mit ihrem vollständigen Gesang geboren, sondern müssen ihn erst lernen – ähnlich wie Kinder sprechen lernen. Sie hören erwachsene Artgenossen und üben so lange, bis ihr eigener Gesang richtig klingt.
Wie unterscheidet sich der Klang des Liedes einer Weißkehlammer, je nachdem ob sie ein Jungtier ist oder bereits erwachsen?
So klingt das Lied eines Jungvogels:
So klingt das Lied eines erwachsenen Vogels:
„Dialekte“ bei Vogelstimmen
Abschnitt betitelt „„Dialekte“ bei Vogelstimmen“Vogelstimmen können sich je nach Region und über die Zeit verändern – ähnlich wie Dialekte bei uns Menschen. Nimmt man das Lied erwachsener Vögel derselben Art an zwei verschiedenen Orten auf, klingen sie oft leicht unterschiedlich, obwohl sie das gleiche Grundmuster haben.
Wie unterscheidet sich der Klang des Liedes einer white-crowned sparrow aus verschiedenen Regionen?
So klingen zwei Individuen an unterschiedlichen Orten:
Mehr als singen
Abschnitt betitelt „Mehr als singen“Vögel nutzen nicht nur ihre Stimmen, um miteinander zu kommunizieren. Hast du schon eine Idee, welcher Vogel besonders oft gehört wird, ohne überhaupt zu singen?
Es ist der Specht!
Wenn ein Specht mit seinem Schnabel auf einen Baum klopft, entsteht ein lauter Trommelwirbel. Häufig wählt er hohle Baumstämme, weil sie den Klang verstärken. Dieses Trommeln dient vor allem dazu, das Revier zu markieren und Weibchen anzulocken – ganz ähnlich wie der Gesang bei Singvögeln. Sie picken auch bei der Nahrungssuche, aber wenn sie in Baumstämmen und Ästen nach Insekten als Beute suchen, ist ihr Picken in der Regel leiser.
Dabei hat jede Spechtart ihren eigenen „Rhythmus“: Länge, Tempo, Schlagzahl und Pausen zwischen den Schlägen unterscheiden sich und machen die Arten für geübte Ohren erkennbar.
Wie unterscheidet sich der Klang des Trommelns verschiedener Spechtarten?
So klinget ein Dunenspecht:
Und so klinget ein Haarspecht:
Mysteriöse Vögel - Was zwitschert hier?
Abschnitt betitelt „Mysteriöse Vögel - Was zwitschert hier?“Lass und doch mal gemeinsam einige Vogelstimmen anhören und anschauen, um welche Vogelart es sich handelt!
Welcher Vogel ist das nur?
Es ist ein Blauhäher! Der Blauhäher stammt aus Nordamerika und gilt als besonders intelligenter Vogel. Er ist mit unserem europäischen Eichelhäher verwandt – beide zeigen ähnliche Verhaltensweisen und gehören zur Familie der Rabenvögel, die für ihre hohe Lernfähigkeit bekannt sind.
Blauhäher und Eichelhäher werden manchmal als „Polizei des Waldes“ bezeichnet, weil sie andere Tiere mit lauten Warnrufen vor Gefahren informieren. Gleichzeitig nutzen sie ihre Schlauheit auch zu ihrem Vorteil: Sie können die Rufe von Raubvögeln nachahmen, um andere Vögel aus ihrem Revier zu vertreiben oder von Futterstellen fernzuhalten.
Und der nächste Vogel?
Es ist ein Blauhäher? Nein – es ist eine Spottdrossel!
Auch wenn der Anfang des Gesangs wie ein Blauhäher klingt, handelt es sich hier um eine Spottdrossel. Dieser nordamerikanische Singvogel ist berühmt dafür, die Stimmen anderer Vögel zu imitieren.
Die Spottdrossel singt lange, laute und sehr komplexe Lieder und ahmt dabei nicht nur andere Vogelarten nach, sondern auch Geräusche aus ihrer Umgebung – zum Beispiel Frösche, Grillen, Katzen oder sogar künstliche Klänge wie quietschende Räder oder Autowarnanlagen. Für uns Menschen klingen diese Nachahmungen oft täuschend echt, doch nicht jeder Vogel lässt sich damit täuschen.
Außerdem gilt die Spottdrossel als furchtlos und durchsetzungsstark: Sie verteidigt ihr Brut- und Winterrevier energisch und ruft bei Gefahr manchmal Artgenossen zur Hilfe, um gemeinsam größere Räuber zu vertreiben.
Und was hört man hier?
Es wird immer verrückter!
Der Leierschwanz ist ein ganz besonderer Vogel aus Australien. Sein Stimmorgan (die sogenannte Syrinx) zählt zu den am stärksten ausgeprägten unter den Singvögeln. Dadurch kann er eine erstaunliche Vielfalt an Geräuschen aus seiner Umgebung imitieren – von anderen Vogelarten bis hin zu Umwelt- und Alltagsgeräuschen.
Leierschwänze sind sehr scheu. Oft bemerkt man ihre Anwesenheit nur daran, dass scheinbar viele verschiedene Vogelgesänge aus ein und derselben Stelle kommen.
Konntest du heraushören, was er alles nachmacht? Der Leierschwanz imitiert oft Kettensägen, Kameraverschlüsse, Autohupen und sogar menschliche Stimmen.
Wer könnte das denn sein?
Das ist ja gar kein Vogel. Nicht nur Vögel machen Geräusche, die wie Vogelstimmen klingen können – auch andere Tiere überraschen uns damit. Ein gutes Beispiel ist das Streifenhörnchen, auf Englisch Chipmunk genannt.
Der englische Name stammt von dem lauten „chip“-Ruf, den diese Tiere oft ausstoßen, zusätzlich zu einem trillenden Laut. Deshalb kann man ihre Geräusche manchmal leicht mit Vogelrufen verwechseln.